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Heute möchte ich ein ganz einfaches Gemüse-Ferment mit Potenziel mit euch teilen. Dies entstand, wie schon auch viele gute Gerichte in der Vergangenheit, aus der Not, „Reste“ zu verarbeiten.

In diesem Fall hatte ich u.a. Wirsing, Fenchel, Karotten und Äpfel, die ich verarbeiten wollte. Eine Kombination aus Gemüse und Obst, die meiner Meinung nach immer sehr gut zusammenpasst. Sei es jetzt als einfaches Beilagengemüse zu einem Braten oder als vegetarisches Schmorgericht mit Reis serviert. Doch dieses Mal wollte ich das rohe Gemüse/Obst ganz schlicht gehalten in Salzlake fermentieren. Hierzu verwendete ich eine Basislake von ca. 20g hochwertiges Meersalz auf 1l Wasser.

Nachdem ich alle Zutaten gewaschen und klein geschnitten hatte (ich verwende hierfür immer den Gemüsehobel-Aufsatz meiner KitchenAid), „stopfte“ ich sie in ein sauberes Bügelglas und füllte es mit der angesetzten Lake auf. Mit einem Fermentier-Gewicht hielt ich das Gemüse/Obst unter der Lake und stellte es so für einige Tage in meinen Vorratskeller bei ca. 18 Grad. In den kommenden Tagen beobachtete ich, wie kleine Bläschen nach oben stiegen und man deutlich erkennen konnte, dass der Inhalt zum Fermentieren begonnen hat. Nach ca. 2 Wochen habe ich das rosa gefärbte Glas nach oben geholt und zum Probieren geöffnet. Die Milchsäure kribbelte angenehm auf meiner Zunge und das knackige Gemüse schmeckte angenehm säuerlich. Die rosa Farbe kam von den Apfelscheiben, die nun erblasst waren.

Doch was nun? Jetzt hatte ich fermentiertes Gemüse. Aber wie sollte ich es essen? Wie alle Fermente, sollte man das Gemüse nicht zu heiß anbraten oder kochen lassen, da ansonsten der ganze Effekt des Fermentierens verloren gehen würde. Also entschied ich mich kurzerhand für einen Salat. Sehr kreativ, ich weiß, aber im Alltag muss man nicht immer sonderlich kreativ kochen. Im Alltag sollte man sich vor allem darauf konzentrieren, dass man alle wichtigen Nährstoffe und Mineralien zu sich nimmt und diese idealerweise in einem tollen Gericht kombiniert, das allen schmeckt.

Und das war mein Salat. Ich habe das Ferment einfach unter einem schönen Blattsalat gemischt und es mit einem leichten Dressing als Beilagensalat angerichtet. Einfach, gesund und lecker. Was will man mehr?!?

Ich habe für mich beschlossen, ab sofort immer etwas fermentiertes Gemüse im Kühlschrank zu haben. Ich findes es toll, das Gemüse in einen Beilagensalat unter zu mischen und so den Geschmack ein wenig zu pimpen. Es muss ja nicht immer Gemüse in Salzlake sein. Ein fermentiertes Karotten-Sauerkraut  ist ebenfalls ganz prima, um es in einen Salat zu geben. Mich erinnert das immer an den kleinen Beilagensalat, den man im Restaurant bekommt – nur eben mit fermentiertem Gemüse. Ich würde diesen Beilagensalat als eine Deluxe-Variante eines Klassikers bezeichnen. Und das klingt doch wieder ganz besonders, oder?